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Monika Payer, geb. 1964
Mutter von 3 Söhnen (geb. 1996, 1998 und 2000)

Ausbildungen:
Matura
Ganzheitlicher Lerncoach inkl.

  • Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin
  • Touch for Health I
  • Brain Gym I und Brain Gym II

Encouraging-Basis-Trainerin nach Schoenaker-Konzept®
Ermutigungstrainerin für Kinder
Familienrat-Trainerin

Meine Philosophie:
Einleitung meiner Diplomarbeit „Die Arbeit des Lerncoachs mit den Augen des Encouraging-Trainers“

 

1. Einleitung

Schon am Beginn meiner Ausbildung zum „Ganzheitlichen Lerncoach“ stand für mich fest, dass ich als ausgebildete Encouraging-Trainerin mein Wissen die Ermutigung betreffend mit meiner zukünftigen Arbeit verknüpfen werde. Grundlage für meine Arbeit als Encouraging-Trainerin ist die Individualpsychologie Alfred Adlers. Für mich stellten sich daher folgende Fragen. Welchen Einfluss hat die Ermutigung auf das Lernen? Wie kann man die Lernsituationen zukünftiger Klienten erleichtern? Wie kann man Eltern und Pädagogen unterstützen?

Betrachtet man unsere heutige Gesellschaft, so könnte man auch von einer Entmutigungsgesellschaft sprechen. In erster Linie werden Menschen kritisiert und nur mehr aufgrund ihrer Leistungen beurteilt. Durch unsere Fehlerorientiertheit gerät aber das Erreichte immer mehr in den Hintergrund. Fehler werden bis in letzte Detail zerpflückt, während positive Leistungen als selbstverständlich abgetan werden. Der Blick für das Gute ist uns in vielen Situationen verloren gegangen. Am Beispiel eines Loches in einer Socke
möchte ich zum Ausdruck bringen, was Ermutigung bewirken kann. Will man ein Loch in einer Socke stopfen, kann man das Loch nur dann stopfen, indem man im gesunden Gewebe mit der Arbeit beginnt. Und so ist es auch mit der Ermutigung. Negatives kann man dadurch verringern, indem man das Positive verstärkt.
Wie geht es aber unseren Kindern heute in der Schule? Sie werden nicht mehr als soziale Wesen einer Gemeinschaft gesehen, sondern hauptsächlich aufgrund ihrer schulischen Leistungen verschiedenen Leistungsgruppen zugeteilt. Ihre menschlichen Qualitäten sind dabei nicht wichtig. Von den Schulnoten der Kinder hängt meist auch das ganze Glück der Familien ab. Häufig dreht sich alles nur mehr um die Schule, die Noten, etc. Die Kinder haben Lernprobleme, die Eltern sind ratlos und die Lehrer überfordert.

Mit sechs Jahren ist man in Österreich schulpflichtig, egal ob man von seiner Entwicklung her auch wirklich die Schulreife erreicht hat. Die Kinder werden üblicherweise frontal beschult und die Anzahl der Schüler in den einzelnen Klassen erleichtert die Arbeit der Lehrer auf keinen Fall. Auf die Entwicklungsstände der einzelnen Schüler wird keine Rücksicht genommen. So langweilt sich ein Teil der Schüler, während der andere Teil ständig überfordert ist. Manfred Spitzer weist in seinem Buch „Lernen – Gehirnforschung und die Schule des Lebens“ auf die Zunahme der Varianz in den Schulen hin. Seines Erachtens stellt diese Varianz die Lehrer vor schwierige bzw. unlösbare Probleme. Es ist nämlich nicht mehr möglich, zur Klasse zu sprechen. Man liegt entweder zu hoch oder zu tief.

Spätestens bis Weihnachten sind die Kinder aufgrund der Fehlerorientiertheit unseres Schulsystems in die „Gruppe der guten Schüler“ und die „Gruppe der schlechten Schüler“ eingeteilt. Das System geht aber noch weiter mit seinen Beurteilungen, um nicht zu sagen Verurteilungen. Gute Noten werden meist mit bravem Kind, schlechte Noten mit schlimmem Kind gleichgesetzt.
Aufgrund dieser ständigen Wertungen, kommt es von Anfang zu Spaltungen innerhalb der Schulklassen, die durch die Bewertung der Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft verstärkt werden. Diese Klassengesellschaft führt zu den verschiedensten Rivalitäten. Rudolf Dreikurs sagt aber. „Harmonie besteht nur unter Gleichwertigen.“, und die soziale Gleichwertigkeit ist eine der Säulen der Individualpsychologie und Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander. Fehlt diese Gleichwertigkeit innerhalb einer Gruppe gibt es keinen respektvollen Umgang miteinander und damit fehlt in unseren Schulklassen die Basis für eine erfüllende Schulzeit und ein ermutigendes Lernklima.

Den Schulnoten wird eine zu große Aufmerksamkeit geschenkt, während die Schüler als soziale Wesen in den Hintergrund rücken. Die Vermittlung von sozialer Kompetenz wird hinter die Vermittlung von Wissen gestellt. Fehlt es aber an sozialer Kompetenz, entstehen viele Probleme im Umgang miteinander und daraus in weiterer Folge immer mehr Lernprobleme. Fühlt sich jemand innerhalb einer Gruppe, aus welchem Grund auch immer minderwertig, leidet sein Selbstwertgefühl und das kann wiederum die verschiedensten Lernblockaden auslösen. Auf der anderen Seite erzeugt das Gefühl der Minderwertigkeit das Bedürfnis andere hinunterzuziehen. Was sicher eine Erklärung für das Ansteigen von Mobbing unter Schülern ist. Dass sich durch ein solches Verhalten die Bedingungen für ein erfolgreiches Lernen verschlechtern, liegt klar auf der Hand.

Wie oft hören die so genannten „Taferlklassler“ den Spruch „…und jetzt beginnt der Ernst des Lebens“. Wie schwer lasten diese Worte auf unseren Kindern? Sollte es nicht unser Ziel sein, die Kinder zu diesem Zeitpunkt neugierig auf das Leben zu machen? Sollten wir sie nicht zu selbständigen, selbstbewussten, zielgerichteten und sozialen Menschen erziehen?
Dazu wird es notwendig sein, dass sich alle Beteiligten, d.h. die Kinder, die Eltern und die Pädagogen auf einen gemeinsamen Weg begeben.

 

 
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