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Allgemeines

Die Individualpsychologie wurde von Alfred Adler begründet und versteht sich als Tiefenpsychologie.

Der Begriff Individualpsychologie soll ausdrücken, dass die Individualpsychologie den Menschen als ein unteilbares Ganzes (lat. indivisibel = unteilbar) betrachtet.

Die Individualpsychologie unterscheidet sich von anderen psychologischen Schulen durch einige wesentliche Punkte:

Sie betrachtet den Menschen als eine Ganzheit, als eine Einheit, gleichgültig, in wie viele Teile wir sonst den Menschen gliedern. Diese Einteilung des Menschen, z.B. die psychoanalytische in ein „Ich“, ein „Es“, ein „Über-Ich“, oder andere Aufteilungen in Bewusstsein und Unbewusstes oder, entsprechend den Funktionen des Menschen in Gedanken, Gefühle, Willen und Handlungen, ist als Arbeitsgrundlage manchmal sinnvoll, vielleicht manchmal nötig. Die Individualpsychologie sieht diese sich als Arbeitshypothese ergebenden Teile nicht als selbständige Kräfte an.

Die Individualpsychologie sieht den Menschen als eine zielgerichtete Einheit und betrachtet alles, was der Mensch tut, vom Ziel her. Anders ausgedrückt, die Individualpsychologie sieht den Menschen als zielorientiertes Wesen. Die Individualpsychologie schaut also nicht in erster Linie nach den Ursachen und Gründen, sondern nach den Zielen und ist deshalb auch schon Teleo-Analyse (griech. Teleologie = Lehre von der Zielstrebigkeit des Geschehens) genannt worden.

Die Meinung, die sich der einzelne Mensch bildet, spielt eine wesentliche Rolle in seinem Verhalten; sie ist wichtiger als die Tatsache, um die es geht: d.h. der Mensch handelt weniger aufgrund von Tatsachen, sondern vielmehr aufgrund seiner Meinung. In der Bildung dieser Meinung sind wir relativ frei.

Die Individualpsychologie sieht im Menschen ein soziales Wesen. Daher denken wir, dass der Mensch nur aus seinem sozialen Umfeld heraus verstanden werden kann. Alfred Adler spricht in diesem Zusammenhang von „der eiserner Logik“ des menschlichen Zusammenlebens.

Die Individualpsychologie ist eine Gebrauchspsychologie, im Gegensatz zu den so genannten „Besitzpsychologien“, die den Menschen als ein Wesen beschreiben, das gewisse Eigenschaften besitzt. Nach Ansicht der Individualpsychologie kommt es aber nicht so sehr auf diesen Besitz an, sondern darauf, was der einzelne Mensch aus dem macht, was er hat, also wie er es gebraucht.

Die Individualpsychologie ist eine optimistische Psychologie, d.h. dass der Optimismus als berechtigte Lebensanschauung und Lebenseinstellung angesehen wird.

Die soziale Gleichwertigkeit aller Menschen ist eine der Hauptforderungen der Individualpsychologie. Dabei spielt keiner der üblichen Unterschiede eine Rolle, handelt es sich um Rasse, Geschlecht, Alter, Bildung, Stand, Können und dergleichen.

Die Individualpsychologie ist die Grundlage einer neuen Pädagogik und will die Menschenkenntnis lehrbar machen, aber nicht durch einen intellektuellen Vorgang, sondern durch einen Umwandlungsprozess, der in die Tiefe der Persönlichkeit reicht.

Das Ziel der individualpsychologischen Lebensanschauung ist ein verstärktes Gemeinschaftsgefühl.

 

 
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